Supermärkte und deren Angebot sind in jedem Land anders. Von der englischen Nahrung hatte ich im Vorfeld nicht viel Gutes gehört. Es wird also Zeit mal zu gucken was es hier so gibt. Zuallererst muss man sagen, dass die Supermärkte hier sehr Verbraucherfreundliche und Verkäuferunfreundliche Öffnungszeiten haben. In der Regel öffnen die Supermärkte Montag bis Samstag um 7 am und haben bis 10 pm offen, vereinzelt auch bis 11 pm. Am Sonntag haben sie dann “nur” bis 5 pm offen.
In der näheren Umgebung gibt es einen kleinen “Tesco”, der jeden Tag von 7-11 offen hat aber sehr teuer ist und nur ein eingeschränktes Angebot hat. 15 Gehminuten entfernt gibt es einen ziemlich großen “Sainsbury” und 5-10 Minuten entfernt ein Geschäft von Marks&Spencer. Das ist eigentlich ein Klamottenladen aber die haben auch immer eine Lebensmittelabteilung mit guter Auswahl zu vernünftigen Preisen. In dem Laden sind auch die Aufnahmen entstanden, ich habe mich aber nicht getraut so richtig offen zu fotografieren, manche Aufnahmen sind also etwas verwackelt.
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Los geht es mit Käse, davon gibt es hier eine Menge: Cheddar mild, Cheddar mature, Cheddar medium, Cheddar Omega3, Cheddar Cheddar 🙂 Dazu gibt es noch Brie aber das war es dann auch schon so ziemlich. Gouda z.B. scheinen die hier nicht zu kennen. Dafür gibt es den Cheddar aber auch in Probiergrößen für doofe Ausländer die sich da nicht so richtig rantrauen.


Weiter geht’s mit dem Brot: auch darüber habe ich vorher nicht viel gutes gehört und das hat sich leider bewahrheitet. Es gibt verschiedene Sorten “Toast”-Brot, manche sogar mit Körner aber alles so weich und labbrig, dass man es eigentlich nicht essen kann. Ich bin erstmal auf Ciabatta umgestiegen, dass ist einigermaßen erträglich. Allerdings habe ich in Richmond am Sonntag einen Bäcker gesehen, der richtiges Brot im Schaufenster hatte, den werde ich wohl mal besuchen müssen. Ein anderer Tipp war, dass LIDL in England Brotbackmischungen verkauft. Leider weiß ich nicht wo der nächste LIDL ist.


Fleisch: In Kew gibt es einen richtigen Schlachter, wenn man Fleisch im Supermarkt kaufen will, gibt es nur abgepacktes Zeug. Teilweise ist das sogar schon vorgekocht und gewürzt und muss nur noch erwärmt werden. Allerdings muss man, wenn man sich die Qualität des Fleisches so anguckt in England wohl Vegetarier werden. Nicht nur, dass das hier das heimatland von BSE und der Maul- und Klauenseuche ist, das Fleisch sieht teilweise richtig unappetitlich aus. Man beachtet die oberste Packung des Hackfleisches, die sich bereits verfärbt hat und wenn der Schinken in der Packung bereits blau-grün-rot schillert zeugt das auch nicht wirklich von Frische, oder?



Der Engländer an sich scheint nicht wirklich gerne zu kochen. Überall gibt es eine Riesenauswahl an Fertiggerichten (meist mit Reis), teilweise sogar für zwei Personen. Überraschenderweise ist das aber alles nur in normalen Kühltheken und nicht tiefgefroren
Du hat Leute für eine Party eingeladen oder bist zu einer eingeladen und sollst was mitbringen? Kein Problem, dann kauf einfach den Partyteller mit Gemüsesticks und Dip, einfacher geht’s nicht



Obst und Gemüse: Auch der Engländer ernährt sich ab und zu Gesund. Allerdings ist hier jede einzelne Gurke extra eingeschweißt. Kartoffeln gibt es nicht in 5kg-Beuteln, dafür aber 4 Kartoffeln eingeschweißt in Plastik. Das ist zwar sehr Single-Haushaltsfreundlich aber nicht sehr umweltbewusst. Den Obstsalat gibt es Fertig mit Gabel in kleinen Plastikbechern (-> Snacks)




Snacks: Womit wir beim wichtigsten Regal der englischen Supermärkte angekommen sind. Es befindet sich fast immer ziemlich weit vorne im Markt und wird gerade zur Mittagszeit von vielen Leuten belagert. Was dem Deutschen “sein” Döner ist, ist für den Engländer das Sandwich. Das gibt es in Hundert Variationen, meist mit Alibi-Salatblatt und jeder Menge Mayo. Daneben lagern noch einige Wraps mit selben Inhalt und -offensichtlich sehr beliebt- kleine Sushipacks. Für die “Victoria-Beckham-Schnittchen” gibt es aber auch eine kleingeschnittene Karotte im Plastikbecher oder vier eingeschweißte Cherrytomaten.
Auch wer auf Salat steht wird hier fündig, neben grünem Salat gibt es aber auch jede Menge Minipacks Nudelsalat in verschiedenen Variationen.






Kasse Bevor man zur Kasse kommt, kommt unvermeidbar in allen Läden das Regal mit den Chipstüten:

Die Kassen selbst sind auch ein Erlebnis. Häufig gibt es nur eine einzige Schlange für alle Kassen. Durch ein freundliches aber bestimmtes “next, please!” wird man dann zum nächsten freien Kassierer verwiesen. Eigentlich ein tolles System weil man nicht in der “falschen” Schlange stehen kann, andererseits schlängelt sich diese Schlange dann tatsächlich zu Stoßzeiten auch einmal hin und zurück durch den Laden. Wenn man dann endlich mal dran ist muss man dem Kassierer erstmal klar machen, dass man bitte nicht für jede Milchflasche eine eigenen Tüte möchte sondern insgesamt nur eine Tüte.
Bei Marks&Spencer (M&S) gab es das 1-Schlangensystem nicht, dafür aber eine “Self-Checkout”-Kasse, man muss da die Sachen selber über einen Scanner ziehen und kann dann mit Bargeld oder Karte zahlen. Eigentlich ein cooles System, allerdings kann so ein kassierer 5 Kassen überwachen, kostet also letztendlich Arbeitsplätze…

Die Briten scheinen übrigens mitlerweile zu kapieren, dass es so mit den Verpackungen nicht weitergeht. M&S hat sich für die nächsten 5 Jahre 5 Ziele zum Klima- und Umweltschutz gesetzt. Gestern kam eine Reportage im Fernsehen wo verschiedene Supermärkte mit ihren Verpackungen (z.B. einzelnes Einschweißen von Gurken oder 2erPacks Kiwis) konfrontiert wurden und Besserung gelobt haben. Pfandflschen scheinen die hier aber nicht zu kennen und meinen Müll muss ich hier auch nicht trennen. Es bleibt also noch eine Menge zu tun…